Schon bei den alten Römern und Wikingern holte man sich im Winter immergrüne Pflanzen ins Haus als Sinnbild des ewigen Lebens. Der erste schriftliche Nachweis eines Tannenbaums zu christlicher Zeit stammt 1492 aus Straßburg. Aber erst im 18. Jahrhundert wird er allmählich populärer. Von Deutschland aus wanderte er 1808 zu uns nach Dänemark. Und 1816 setzt ihm E.T.A. Hoffmann mit seinem Märchen „Nussknacker und Mäusekönig“ das erste Berliner literarische Denkmal.
„Mein Weihnachtsbaum ist der aller-ökologischste“, behauptet der Freund meiner Schwester. „Er ist aus Plastik, und wir benutzen ihn schon seit 30 Jahren.“ Tatsächlich ist ein Kunststoff-Baum, sofern man ihn über 20 Jahre verwendet, ökologischer als sein mit Pestiziden verseuchter Bruder aus dem Bau- oder Supermarkt. Beide haben den Nachteil, dass sie in der Produktion umweltschädlich sind. 2,6 Kilo CO2 verbraucht z.B. ein hierzulande in einer Plantage gewachsener Baum bis zur Ankunft beim Händler. Um dann später bei uns zu Hause fleißig Microplastik und Giftstoffe in die Atemluft absondern, die wir im Körper speichern.
In unserer Familie kaufen wir deshalb seit zwei Jahrzehnten ausschließlich Bio-Weihnachtsbäume. Das war in Stuttgart leicht, geht aber auch hier auf dem Land. Wie man in Dänemark an einen nachhaltigen Baum kommt, der eventuell auch versandt wird, erfährt man bei Danmarks Naturfredningsforeningen hier.
Wir selbst kaufen unseren Baum beim CITTI-Park in Flensburg hier und transportieren ihn mit dem Pedelec nach Hause. Der Anbieter hat weitere Verkaufsstellen in Brebel, Schrepperie, Eckernförde und Schleswig.
Nun langt das allein natürlich nicht. In Stuttgart landete unser Baum zusammen mit den pestizidgetränkten Geschwistern auf den Sammelplätzen. In Dänemark auf dem Land haben fast alle Häuser einen Holzofen, wo wir den Baum (nachdem er mindestens ein Jahr gelagert wurde) verfeuern können. Aber es gibt noch viele andere spannende Möglichkeiten, wie der Öko-Baum nachhaltig weiterverwertet werden kann. Kurz und knackig verrät uns das Victoria Lorenz hier. Sie beschreibt unter anderem, wie man den Weihnachtsbaum essen, trinken und zu Glasuntersetzern verarbeiten kann.

Wer noch mehr wissen möchte, dem sei ihr Buch „Nadelbaumküche – Wilde Waldaromen von Fichte, Tanne und Co.“ mit vielen Rezepten wärmstens ans Herz gelegt (hier der Link). Ich habe ihr Buch mit großem Vergnügen studiert. Und falls du ein Lesemuffel bist, bietet sie auch Online-Seminare zum Thema an.
Da können die magischen Weihnachten kommen!