Magische Weihnachten Advent,Adventsliteratur Nussknacker und Mausekönig

Nussknacker und Mausekönig

Dieses Märchen von E.T.A. Hoffmann aus dem Jahre 1816 kennen bestimmt die meisten von uns. Der romantische Schriftsteller und Kapellmeister hat es für die Kinder seines Freundes Hitzig verfasst. Es sprüht vor Phantasie und Magie. Hier der Inhalt in Kurzfassung:

Marie und ihr Bruder Fritz bekommen zu Weihnachten vom Paten Droßelmeier einen Nussknacker geschenkt. Dieser kämpft in der Geisterstunde gegen den siebenköpfigen Mausekönig und besiegt ihn schließlich mit Maries Hilfe. Sie folgt ihm daraufhin ins märchenhafte Zuckerland und verliebt sich in ihn, sodass er wieder seine eigentliche, ansehnliche Gestalt zurückgewinnt. Am Ende heiraten die beiden.

Hoffmann spart nicht an Ironie und Kritik an allen bürgerlichen Materialisten, die versuchen, Marie ihre Verträumtheit auszutreiben, und denen ihre Märchenwelt völlig fremd ist. Das Märchen ist (mit „Die Serapionsbrüder“ als Rahmenhandlung) in unendlich vielen Ausgaben erschienen. Ich selbst besitze es als Reclam-Leipzig-Ausgabe von 1975.

Mit der Vertonung Tschaikowskys wäre Hoffmann vermutlich einverstanden gewesen – kommen doch viele, auch exotische Tänze im Märchen vor. Außerdem verstand sich Hoffmann selbst eher als Musiker und Komponist, denn als Schriftsteller. Und die Opulenz des Märchenlandes, mit Weihnachtswald, Limonadenstrom, Pfefferkuchheim, Bonbonshausen, Rosensee, Konfitürenhain, Konfektburg usw. schreit ja geradezu danach, auf der Bühne dargestellt zu werden.

Wenn du, liebe Leserin oder lieber Leser, jedoch dem Zauberhaften und der Magie gänzlich abgeneigt bist, wenn du vielleicht gar ein Hamburger Pfeffersack bist oder ein Münchner Großkaufmann, dann empfehle ich dir die Ballett-Inszenierung von John Neumeier aus dem Jahre 1971. Hier ist Weihnachten abgeschafft, der Nussknacker spielt nur eine Nebenrolle, und Droßelmeier wird zum Lehrer, der Marie Ballettschuhe schenkt. Der letzte Akt ist dementsprechend eine geträumte Aufführung der Ballettkompagnie, ganz prosaisch. Vom Ballett an sich mag Neumeier viel verstehen – von E.T.A. Hoffmann jedoch überhaupt nichts.
Diese Inszenierung ist zur Zeit (Jan. 26) in der arte-Mediathek zu sehen: https://www.arte.tv/en/videos/129383-000-A/john-neumeier-the-nutcracker/

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