Wintersonnenwende

Die Wintersonnenwende bezeichnet den kürzesten Tag und die längste Nacht am 21. oder 22. Dezember eines jeden Jahres auf der Nordhalbkugel (südlich des Äquators wird sie entsprechend am 20. bzw. 21. Juni gefeiert). Sie tritt ein, wenn einer der Pole der Erde seine maximale Neigung von der Sonne weg erreicht.

Steinzeit

Seit prähistorischen Zeiten ist die Wintersonnenwende in vielen Kulturen ein bedeutender Zeitpunkt im Jahr und wurde mit Festen und Riten begangen. In vielen Teilen Europas wurde und wird dies als symbolischer Tod und Wiedergeburt der Sonne gedeutet. Einige frühzeitliche Monumente wie Newgrange in Irland, Stonehenge in England und Cahokia Woodhenge (Illinois) sind auf den Sonnenaufgang oder -untergang an diesem Tag ausgerichtet.

Astronomische Ereignisse dienten schon im Neolithikum (der Jungsteinzeit) als wichtiger Zeitpunkt im Jahreszyklus, als Grundlage für landwirtschaftliche Aktivitäten wie die Aussaat und Paarung von Tieren. Nutztiere wurden geschlachtet, um im Winter nicht gefüttert werden zu müssen. Daher war die Wintersonnenwende fast die einzige Zeit, in der reichlich frisches Fleisch für Festessen zur Verfügung stand. Die Hauptachsen von Stonehenge und Newgrange sind sorgfältig auf eine Sichtlinie ausgerichtet, die auf den Sonnenaufgang (Newgrange) oder -untergang (Stonehenge) zur Wintersonnenwende zeigt. Newgrange wurde mit einer Art „Lichtkasten“ errichtet, sodass direktes Sonnenlicht die innere Kammer nur zur Wintersonnenwende erreicht. In Stonehenge sind der große Trilithon, der Fersenstein und die Allee auf den Sonnenuntergang ausgerichtet. Der neolitsche Steinkreis von Goseck in Sachsen-Anhalt besitzt zwei Öffnungen, die jeweils auf den Sonnenauf- bzw. -untergang zur Wintersonnenwende ausgerichtet sind.

Historische Zeiten

Im 6. Jahrhundert schrieb der griechische Historiker Prokopios, dass die Skandinavier (er sprach von Thule) ihr größtes Fest kurz nach der Wintersonnenwende feierten, um die Rückkehr des Tageslichts zu begehen. Im angelsächsischen England galt der 25. Dezember gemeinhin als Wintersonnenwende, und im Altenglischen konnte „Midwinter“ sowohl die Wintersonnenwende als auch Weihnachten bezeichnen. Im 8. Jahrhundert schrieb Beda Venerabilis, dass die heidnischen Angesachsen sowohl Dezember als auch Januar „Giuli“ nannten. Beda bringt diesen Begriff mit der Wintersonnenwende in Verbindung. Dabei ist Giuli die altenglische Form des Wortes „Yule“, bei uns in Skandinavien also „Jul“.

Heute

Die Wintersonnenwende wird an vielen Orten der Welt gefeiert. Wie wäre es also mit einer Reise nach Stonehenge?

Aber wie feierst du die Wintersonnenwende? Wir achten darauf, dass der Baum schon fertig geschmückt ist, zünden aber seine Kerzen noch nicht an – dafür möglichst viele andere im Haus. Und das Vogelhäuschen, das muss natürlich an diesem Tag erst recht gut gefüllt sein!

Liste der Wintersonnenfeste weltweit mit Links zum englischen Wikipedia:

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