Simon Beck ist ein britischer Künstler (geb. 1958), der schneebedeckte Landschaften in eine Leinwand für detailreiche und großformatige Kunstwerke verwandelt. Als ehemaliger Kartograf hat er durch seine einzigartige Verbindung von Präzision und Kreativität kunstvolle geometrische Muster und organische Formen geschaffen, die er in weite, unberührte Schneeflächen zeichnet.
Ich habe ihn über das Kulturmagazin arte Twist kennengelernt. Im Film „Die Schönheit vergänglicher Kunst“ verwandelt er das französische Skigebiet Les Arcs in eine prächtige Outdoor-Galerie. Viele Stunden braucht er für seine Kunstwerke, manchmal muss er die ganze Nacht durcharbeiten. Das ist auch körperlich sehr anstrengend. Und wenn er Pech hat, kommt ein Sturm auf, und das Werk wird schon vor seiner Vollendung von der Natur zerstört.
Seine Kunst ist jedoch nicht auf einen Ort beschränkt; er hat atemberaubende Installationen an den unterschiedlichsten Orten geschaffen, von den winterlichen Weiten des Banff-Nationalparks in Alberta, Kanada, bis zu den puderzuckerweißen Hängen des Powder Mountain in Utah. Becks Schneezeichnungen sind temporäre Meisterwerke, Mandalas, die die Betrachter dazu einladen, über das Zusammenspiel von Kunst, Natur und der Vergänglichkeit des Lebens nachzudenken. Mit jedem Schritt stellt Beck die Zerbrechlichkeit eines Augenblicks der Beständigkeit der Natur gegenüber.
Vor seiner künstlerischen Laufbahn war Beck Kartograf. Die Fähigkeiten und Techniken seines früheren Berufs prägen seine künstlerischen Arbeiten deutlich und führen zu den komplexen Mustern seiner Landschaftszeichnungen. Diese ähneln oft aufwändigen Landkarten. Seine Reise in die Schneekunst begann mit dem Kauf einer Eigentumswohnung an einem schneebedeckten See. Beck versuchte sich 2004 zunächst an einem sternförmigen Muster, was ihn dazu inspirierte, jedes Jahr aufs Neue Kunstwerke zu schaffen. Die Schneezeichnungen Becks sind oft von geometrischen Mustern und natürlichen Elementen inspiriert.
Er benutzt Kompass, Schneeschuhe und Skistöcke für seine Kunstwerke. Um seine geometrischen Schneeskulpturen zu gestalten, beginnt er oft mit einem einzigen Punkt und arbeitet sich nach außen vor, um komplexe Formen wie das Sierpinski-Dreieck zu erschaffen. Kreise, Linien und Schattierungstechniken werden eingesetzt, um Kontrast und Tiefe zu erzeugen und den Kunstwerken Leben einzuhauchen.
Und nach wenigen Tagen ist dann alles vorbei, vom Winde verweht, zugeschneit – doch zuvor mit der Drohne fotografiert.