
„Du weisst es ja, dass diese Zeit, Weihnachten und Neujahr, die euch allen in solch heller herrlicher Freudigkeit aufgeht, mich immer aus friedlicher Klause hinauswirft auf ein wogendes, tosendes Meer.“
So beginnt der Erzähler seine düstere, alkoholdurchtränkte Erzählung, die im Berlin des frühen 19. Jahrhunderts spielt. Hier begegnet ihm Schlemihl, der Mann ohne Schatten, aber auch Erasmus, der seiner Geliebten Giulietta sein Spiegelbild überlässt, als er wegen Totschlags aus Italien fliehen muss. Und Giulietta ist mit dem Teufel im Bunde…
Wir kennen diesen Ausschnitt der Erzählung aus Jacques Offenbachs Operette „Hoffmanns Erzählungen“. Das Phantastische, auch das Schauerliche, bricht in die bürgerliche Spießerwelt herein, und die Menschen sind ihm fast hilflos ausgeliefert.
Ich mag E.T.A. Hoffmann, der wie die Hälfte meiner Familie aus Ostpreußen stammt, in Berlin gestorben ist, wo ich geboren bin, und wie eine ganze Reihe meiner Verwandten dem Alkohol ergeben war. Der, neben seiner juristischen Tätigkeit, noch komponierte, zeichnete und schrieb. Den melancholischen Satiriker.
Die Abenteuer der Silvesternacht – das ist wie die wilde Jagd, die zwischen den Jahren durch die Lüfte braust. Und weh dem, der / die ihr zu nahe kommt!
Die Abbildung oben zeigt die Ausgabe, die ich seit vielen Jahrzehnten besitze. Sie ist antiquarisch erhältlich. Kostenlos kann man sie hier im Internet lesen.