Marzipanduft im Garten

Bist du ein echter Marzipan-Fan und möchtest, dass dein Garten auch im Sommer danach riecht?

Dann kannst du natürlich einen Mandelbaum neben Duftrosen pflanzen und hoffen, dass er durchhält, aber das ist zumindest bei uns in Süddänemark eine gewisse Herausforderung. Zum Glück gibt es zwei Blumen, mit denen du es in unseren Breitengraden leichter hast – sie blühen im Juli bei mir im Garten und sind dazu noch echte Heilpflanzen.

Die erste heißt Mädesüß (siehe Foto oben), auch Wiesenkönigin genannt, lateinisch Filipendula ulmaria. Achtung, es gibt verschiedene Filipendula-Arten, funktionieren tut’s nur mit der ulmaria. Früher hieß die Pflanze SPIRaea ulmaria, und daraus wurde das erste ASPIRin hergestellt, durch Hinzufügen einer Acetylgruppe. Dadurch hat Aspirin zwei Eigenschaften, nämlich schmerzstillend und gerinnungshemmend, während Mädesüss nur schmerzstillend ist (und auch von Blutern verwendet werden kann). Die zarten Blüten wirken wie von Elfenhand geschaffen, der Duft ist betörend, und ein Anti-Kopfweh-oder-Rheuma-Tee daraus ein echter Genuss – wenn du sie trocknest, auch in der Adventszeit. Außerdem kannst du sie zur unterstützenden Behandlung von Erkältungskrankheiten verwenden – somit ein echter Wintertee. Alle oberirdischen Teile sind verwendbar, aber nur die Blüten duften so schön. In meinem Garten fühlt sie sich auf der Nordseite des Hauses wohl, sie mag es gerne feucht. Achtung: Mädesüß enthält Salicylate, darf also bei Überempfindlichkeit gegen diese nicht verwendet werden.

Die zweite Pflanze ist der gelb blühende Steinklee, Melilotus officinalis. Ebenso wie das Mädesüß wird sie bis zu zwei Meter hoch! Auch hier kannst du alle oberirdischen Teile verwenden und einen Tee daraus kochen. Er hilft getrunken gegen chronisch venöse Insuffizienz, nächtliche Wadenkrämpfe, Juckreiz, Thromphlebitis und Hämorrhoiden, äußerlich bei Prellungen, Verstauchungen und Blutergüssen. Aber Achtung: Wenn du ihn zu viel oder zu lange trinkst, kann es manchmal zu Kopfschmerzen kommen, denn die Pflanze enthält (wie der Waldmeister) Cumarin. Steinklee hat nicht ganz so hübsche Blüten wie das Mädesüß, ist aber trotzdem ansehnlich und duftet mindestens ebenso gut. Er wächst bei mir in der vollen Sonne.

Zum Weiterlesen (z.B. wegen der Dosierung) empfehle ich dir die Webseite Heilpflanzen-Welt. Und selbstverständlich ersetzt dieser kleine Artikel hier nicht den Besuch bei einer Ärztin, Apothekerin oder Heilpraktikerin!

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