Während wir den Wacholder heutzutage in erster Linie als Zugabe für Sauerkraut, Gin und Gewürzgurken kennen sowie in der Medizin zum Harntreiben, bei Rheuma und gegen Cellulitis, hatte er früher auch viele magische Bedeutungen:
- Mit getrockneten Wacholderzweigen wurde geräuchert. Ganzjährig in der Kirche, denn echter Weihrauch war meist unbezahlbar. Und in der Advents- und Rauhnachtszeit räucherte man mit ihm auch Haus und Hof aus, um die bösen Geister des alten Jahres zu vertreiben. So machten es schon die alten Kelten und Germanen.
Um sich selbst magisch zu reinigen, bereitete man vor der Räucherung noch ein Wacholderwasser zu: Kleine Zweige und Beeren wurden in Wasser aufgekocht, dann ließ man sie über Nacht ziehen. Am nächsten Tag besprenkelte man dann sich und die Zimmer mit dem Wasser und räucherte unmittelbar danach.
- Wie alle immergrünen Pflanzen hat er eine Verbindung zum Jul- bzw. Weihnachtsfest: Er gilt als Zeichen ewiger Lebenskraft und verspricht, dass auch nach dem härtesten Winter wieder der Frühling kommt.
- In Mecklenburg-Vorpommern wurde ein Wacholderzweig ins Fundament von Haus und Stall gesteckt, damit der Teufel draußen blieb und die Milch nicht verhext werden konnte. Falls dies nicht geschehen war, pflanzte man rechts neben der Türe einen Wacholder oder nagelte in den Weihnachtstagen Zweige über den Eingang, um Druden und andere Bösewichter fernzuhalten.